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Vielfalt im Energiepflanzenanbau – Neues und Altbewährtes

Datum: 15.07.2016

 

Schon beim Blick über die rund 40 Schauparzellen des Informations- und Demonstrationszentrum Energie-pflanzenanbau in Bayreuth wird klar, wie vielfältig die Substrate für den Einsatz in der Biogasanlage seien kön-nen. Projektverantwortliche Andrea Sobczyk von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising betont jedoch „Silomais bleibt nach aktuellem Stand der Forschung die effizienteste Kultur. Wir zeigen hier potentielle Ergänzungen.“ Viele der gezeigten Kulturen stecken forschungstechnisch noch in den Kinderschuhen. In der Führung über die Schaufläche, wurden aktuelle Forschungsergebnisse zu einjährigen Kulturen in verschiedenen Anbausystemen, zu Dauerkulturen und artenreichen Wildpflanzenmischungen vorgestellt.

Die Neuauflage des Erneuerbaren Energiegesetzes ist derzeitig ein wichtiges Thema nicht nur im Bereich Biogas. Der Fachverband Biogas e.V. ist als Interessensvertreter bei den Diskussionen aktiv dabei und infomiert die Mitglieder über den aktuellen Stand. So auch gestern im zweiten Teil des Feldtages. Frau Wiesheu erläuterte die aktuelle Sachlage, sowie das weitere Vorgehen.
„Dauerkulturen sind nicht nur in der Biogasanlage verwertbar, sondern dienen auch dem Boden- und Gewässerschutz“, sagt Pedro Gerstberger von der Universität Bayreuth. Der Herzblut-Botaniker beschäftigt sich seit einigen Jahren mit ausdauernden Energiepflanzen, die sich seiner Meinung nach für die Verwertung in der Biogasanlage eignen. „Die Silphie hat ein großes Potential und kann über einen Zeitraum von 15 Jahren auch Wirtschaftlich mit dem Mais mithalten“, wie eine ökonomischen Berechnung von Herrn Gerstberger in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Bayreuth zeigt.

Zahlreiche Betreiber von Biogasanlagen bauen auf ihren Feldern bereits alternative Energiepflanzen an. Wie das im Raum Bayreuth genau aussieht, berichtet Landwirtschaftsberater Friedrich Asen vom AELF Bayreuth. Mit anschaulichen Bildern von regionalen Praxisschlägen zeigt er was Alternative Energiepflanzen können und wo die Probleme liegen. Verunkrautung der Bestände ist ein akutes Thema und sollte für eine wirtschaftliche Arbeitsweise unbedingt vermieden werden. Rund 40 ha werden im Raum Bayreuth bereits mit alternativen Kulturen bestellt. Vorreiter ist die Durchwachsene Silphie, gefolgt von Sorghum und Riesenweizengras.

Abschluss der Veranstaltung war der Vortrag des oberfränkischen Wildlebensraumberaters Herr Mezovsky. Er erläutert, wie Landwirte Wildlebensraum schaffen können und vor allem worauf es genau bei diesen ankommt. Praxisbeispiele veranschaulichten einige Lösungsbeispiele und zeigten, dass auch politische Förderprogram-me, wie die Greening-Verordnung oder das KULAP integriert werden können.

Alle Vorträge sind unter www.biogas-forum-bayern.de/energiepflanzen abrufbar.

Kurzinfo zum LfL-Projekt Informations- und Demonstrationszentren Energiepflanzenanbau

Seit vielen Jahren laufen an den bayerischen Forschungseinrichtungen Versuche zu Energiepflanzen. 2013 haben sich drei Einrichtungen entschieden, ihre Ergebnisse zu bündeln und in anschaulicher Form der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Dadurch ist das Projekt „Informations- und Demonstrationszentrum Energiepflanzenanbau“ entstanden. Im Zuge dessen wur-den bayernweit zehn Standorte an öffentlichen, landwirtschaftlichen Einrichtungen etabliert, die eine Vielfalt an Energiepflanzen demonstrieren und ganzjährig frei zugänglich sind. Informationen können über die vor Ort angebrachten Kulturschilder oder Kulturflyer erworben werden. Gruppenführungen sind bei den Ansprechpartnern vor Ort oder der Projektkoordinatorin Andrea Sobczyk (Kontaktdaten siehe Kasten unten) angefragt werden.

Projektbeteiligte Forschungseinrichtungen sind:
• Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Freising
• Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim
• Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) Straubing

Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.
Der Fachverband Biogas e.V. vertritt die Biogasbranche im Dachverband der Erneuerbaren Energien, dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. Mit rund 4.800 Mitgliedern ist er Europas größte Interessenvertretung der Biogasbranche. Der Fachverband Biogas e.V. setzt sich bundesweit ein für Hersteller und Anlagenbauer sowie landwirtschaftliche und industrielle Biogasanlagenbetreiber. www.biogas.org

Text und Bild: Andrea Sobczyk/LfL

 

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